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Der Waschmaschinenmann
„Waschmaschine für 40 Euro“ steht in dem kleinen Kästchen. Klasse, genau das Richtige für mich. Eine Waschmaschine für 40 Euro. Ich habe sowieso langsam die Schnauze voll, ständig ins Waschcenter zu gehen. Ich überlege nicht lange und vereinbare sofort einen Termin. Weil ich alleine unmöglich eine Waschmaschine tragen kann, überrede ich Tobias, mir dabei zu helfen. Der Waschmaschinenmann wohnt auch gar nicht weit weg. Gerade mal in der Frankfurter Straße. Das sind 10 Minuten Fußweg. Das Haus sieht von außen ziemlich verwahrlost aus, und während wir warten, bis jemand die Tür aufmacht, stelle ich mir vor, wie verwahrlost die Waschmaschine erst aussehen muss. Ich bin plötzlich nicht mehr von der Idee überzeugt, aus diesem Haus eine Waschmaschine zu erwerben. Mein Unbehagen bestätigt sich, als der Waschmaschinenmann die Tür öffnet. Rolf heißt er, und er sieht aus, als hätte er das Haus schon seit Jahren nicht mehr verlassen. Er trägt vergammelte, mit Sicherheit extrem stinkende Pantoffeln, eine speckige und an den Fußenden ausgefranste Schlabberhose und einen Schlabberpulli, mit dem er wohl auch den Boden wischt. Was natürlich Unsinn ist, weil ich bezweifle, dass er seinen Boden wischt. Die Haare hat er zu einem langen Zopf zusammengebunden, und um das Hippie-Klischee perfekt zu machen, trägt Rolf auch noch eine runde, silberne Brille, die er wahrscheinlich John Lennon klaute, nachdem er ihn erschossen hat und seitdem auf der Flucht ist und deswegen das Haus nicht mehr verlässt. Ich überlege noch, ob ich einen plötzlichen Magenkrampf vortäuschen soll oder irgendeinen wichtigen Termin, der mir gerade eingefallen ist, aber da winkt Rolf uns auch schon rein. Wir steigen die knarrende Holztreppe hoch in den dritten Stock und gehen direkt ins Badezimmer, wo das „gute Stück“ steht, wie Rolf immer wieder betont. Von außen macht die Maschine einen ganz passablen Eindruck. Und innen eigentlich auch. Zumindest müffelt sie nicht. Ist wahrscheinlich noch nie benutzt worden. |
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