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Meine Welt ist so unaufgeräumt heute. Draußen habe ich das Gefühl von Frühling, obwohl längst Herbst ist. Drinnen schläft eine unsichtbare Katze auf dem Fensterbrett. Auf dem Herd steht Linsensuppe, obwohl ich die schon als Kind gehasst habe. Und du bist nicht da.

Der Wasserhahn tropft so unregelmäßig und zwei von fünf Glühbirnen funktionieren nicht mehr. Ich schalte das Licht ohnehin nicht mehr an. Wenn es abends dunkel wird, habe ich das Gefühl, dass die Welt sich mir angleicht. Ich sitze, in eine Decke gewickelt, in meinem Sessel und verschwimme langsam mit meinem Zimmer. Ich lasse die Vorhänge geöffnet, um nach draußen sehen zu können. Ich wünsche mir einen Martinszug auf der Straße oder wenigstens eine nervige blinkende Weihnachtsbeleuchtung, die meinen Blick auf sich zieht. Es ist noch viel zu früh im Jahr dafür. Ich würde mir gerne den Schal um den Hals wickeln und die Mütze tief ins Gesicht ziehen. Ich würde gerne meinen schwarzen Wollmantel aus dem Schrank holen und nach draußen gehen, versteckt unter mehreren Schichten Winterkleidung. Aber es fühlt sich nach Frühling an heute und meine Beine sind noch ein bisschen braun.

Ich würde gerne am Meer wohnen. Morgens, wenn ich zur Bahn gehe, steige ich eine kleine Anhöhe hinauf und ich hoffe jeden Tag, dahinter das Meer zu entdecken. Ich würde gerne Salzluft atmen, bis das Salz in meinen Wimpern hängt und meine Fingernägel verkrusten. Ich möchte auf einer Insel leben und morgens in Gummistiefeln zum Bäcker laufen, kauzigen Menschen begegnen, die Einsamkeit kennen und kleine Gesten ohne große Worte zu schätzen wissen. Ich wünsche mir einen Ofen, gegen den ich meine kalten Füße stellen kann. Eine Veranda, auf der ich stehen kann, wenn es regnet. Eine Wäscheleine, die zwischen zwei Bäumen gespannt ist. Eine Fähre, die nur einmal am Tag kommt.

Ich wünsche mir deine Schritte im Treppenhaus und dass mein Kaktus bald blüht. Die Küche soll der wärmste Ort bleiben. Es soll nach frisch gekochtem Apfelmus riechen. Nach Zimt.

Ich wünsche mir eine Leiter, mit der ich in meine Bäume hinaufsteigen kann. Einen Spaten, um den Garten vor dem Winter noch einmal umzugraben.

Mein Badewasser dampft, aber ich habe Angst nass zu werden. Meine Wäsche stapelt sich. Der Kühlschrank ist leer. Es ist dunkel im Haus. Die unsichtbare Katze ist gegangen.

Alles soll anders sein. Ich will es nicht so.

Eine Welt, die aufgeräumter ist. In der es nicht mehr Fragen gibt als Antworten. Und in der Menschen zusammen sind, die zusammen gehören.

 

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